Aus dem Leben eines Trinkers
Brennen. Nur Brennen. Keine Gedanken, nur Brennen, heißes Feuer rinnt von der Zunge langsam die Kehle hinab. Ein Gemisch aus Wut, Hass und großer Trauer. Oder ist es doch eher der Geschmack von Gleichgültigkeit und widerlichem Selbstmitleid, das sich irgendwann zwischen Herz und Leber einbrannte? Ich hasse dieses Gebräu im Hals. Es ist immer da, besonders jetzt, beim ersten Blick in den in den Spiegel. Ich sehe mein Gesicht, doch in die Augen habe ich mir schon lange nicht mehr geblickt. Ich spüre nur, dass sie fahl und grau geworden sind, alles verschwunden hinter einem milchig schwammigen Film. Aber das ist jetzt auch egal, wo ist die Flasche? Ein Schluck betäubt für Sekunden, manchmal auch länger, wenn er stark genug ist. Aus dem Film wird ein Schild, das alles abblockt, nichts hindurch lässt, es gönnt mir einen Augenblick Ruhe und vermeintliche Klarheit. Es ist grausam nicht zu wissen, ob man erst 30 oder schon 89 ist. Aber wen interessiert das schon, noch ein Zug und alles löst sich wieder in kleinsten Staub. Menschen habe ich schon lange keine mehr gesehen, es muss vor …. eben eine Ewigkeit, vielleicht aber auch nur einen kurzen Augenblick, zählt sowieso alles nichts. Sind alle bedeutungslos, flackernde Schatten in dem Rest meiner Erinnerung geworden, irgendwann wurden sie alle seelenlos.
Was solls , noch ein Schluck! Jetzt hab ich nur noch mich, nein nicht einmal das. Aufgegeben habe ich, was ich im Grunde nie besaß. Ein Leben? Woher, hier bleibe ich und werde auch sterben, jetzt oder morgen oder in 10 Jahren, an und für sich bin ich bereits tot. Dieser Durst macht mich rasend. Noch 2 tiefe Züge und der süße Alptraum beginnt von neuem, bis das kleine Delirium wieder zum Zimmer wird. Kein Brennen mehr, keine Gedanken und nur eine sanfte Schwere, die mich langsam zu Boden zwingt.
jusufthebooze
Juli 22, 2008 um 23:55
Ich merke mir das Blog mal.. Interessant