CDs… warte, das waren doch diese kleinen…!?
Grillabende sind doch immer wieder sehr anregend.
Bei einer kleinen Gemütlichen Runde mit meinen Freunden vor ein paar Tagen streiften wir, bereits unter dem Einfluss diverser legaler Rauschmittel, das Thema Musik, im speziellen, das dazu gehörige Kaufverhalten… oder vielmehr Nicht-Kaufverhalten.
Thematik is also kla, ne: Keiner Kauft mehr CDs, die gesamte Deutsche Bevölkerung besteht aus Raubkopierern, Die CD als Format hat ausgedient, Virtuelle Musik zum runterladen ist nicht nur die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart.
Alles in allem also ein Thema, das die Medien bereits mehr als genug ausgeschlachtet haben, möchte man meinen. Mich jedoch beschäftigt ein ganz anderer Aspekt daran, die jammernde Musikindustrie geht eigentlich relativ am Allerwertesten vorbei. Doch ich frage mich warum sich das Kaufverhalten von CDs so radikal gewandelt hat, da ich den Reiz des Musikladens nicht wirklich emotional nachvollziehen kann.
Natürlich kenne ich die Gründe warum man Musik lädt, aber so ganz verstehen kann ich es trotzdem nicht.
Musik aus dem Netz: Billig (äh, kostenlos), schnell verfügbar, keine Aufbewahrungsschwierigkeiten et cetera. Versteh ich ja, ehrlich.
Aber bin ich der Einzige der findet, dass die Musik etwas von ihrer Gesamtwirkung verliert wenn sie nur als Datei auf der Festplatte existiert?
Die Musik an sich bleibt selbstverständlich dieselbe, aber mir persönlich fehlt da etwas. Viele Leute die ich kenne, ziehen sich die Musik massenhaft auf den Computer, sodass am Ende tausende von Musikdateien wild durcheinander auf die Festplatte gezwängt werden… und das war’s dann.
Ich weiß wie pingelig und jämmerlich sich das anhört, aber mir fehlt da ein gehöriges Stück am Gesamtkunstwerk. Wenn ich ein bestimmte Band, einen Komponisten oder ein Genre gut finde, dann möchte ich eigentlich das Gesamtwerk um die Musik in Händen halten können. Musik ist die wohl ungreifbarste aller Künste, sie ist wirklich nur präsent solange sie läuft. Ich finde den Gedanken unangenehm, dass diese ungreifbare aber so schöne Kunst nun auf meinem Rechner als Binärcode vorliegt… kostenfrei erworben, farb- und formlos, ohne jegliche Aussagekraft, ein Stücken komprimierter Information das nun nach bedarf benutzt, vervielfältigt und verschickt wird.
Eine CD hingegen bietet dem Musikliebhaber eine Form für seine bevorzugte Musik. Die Künstler haben sich im Idealfall etwas bei der Aufmachung des Albums gedacht, es gibt ein Booklet, Albumartwork und die CD selbst… eine geschlossene Einheit, ein Körper für die Musik die mir gefällt und somit völlig andere Ebenen ansprechen kann, Musik die ich in Händen halten kann.
Ich bin mir übrigens durchaus der Gegenargumente oder der Kritik bewusst, die mein Text hier aufwerfen könnte.
Konsumverhalten: Ist es nicht viel eher Konsumverhalten wenn man für die Musik bezahlt? – Nein! Konsum beschreibt im hier verwendeten Sinne die absurd übertriebene Beschaffung und Nutzung der Kunst und dem somit verbundenen Werteverlust. Wie Junkies immer mehr und mehr Musik auf den Rechner ziehen, egal wie nichtssagend, egal wie Marktprostituiert… das sind doch keine Klingeltöne!
Altah, was ist mit MP3 Playern? – Altah, das ist ja noch mal was völlig anderes, zumindest für mich, da ich einen solchen Player benutze um meine Musik unterwegs hören zu können. Zuhause hab ich dennoch die CDs, da wird dann auch auf großen Lautsprechern gehört. Selbst Player!
Zusammenfassend könnte man sagen, das die CD (und die Schallplatte noch viel mehr) meiner Meinung nach den menschlichen Sinn für Ästhetik viel eher und umfassender anspricht und ihm seine liebsten Stücke viel näher bringt, als das fragmentierte Dateifetzen aus dem Internet das jemals könnten. Irgendwie hat etwas von Menschenhadn gestaltetes einfach mehr Charme und Wärme als eine Hand voll elektronischer Muster. Mir missfällt das suchtähnliche Konsumverhalten, dieser inflationäre, entwertende Prozess, diese Allgegenwart der Musik, dieser perverse Hedonismus. Nennt mich altmodisch, ich nenne euch Banausen!
flawless!?