Nachtgedanken – Entzug
Wärme, wunderschöne und alles umfassende Wärme, keine Spur von Hass, kein Argwohn, zwar alleine doch wunderbar geborgen in sich selbst, im Reinen mit der Welt und seinem Innersten, ganz ohne Alltag, irgendwie schwerelos und zufrieden….. Mit einem Ruck und weit aufgerissenen Augen erwachte sie, in eine schwarze Leere blickend. Der wunderbare Traum, die schöne, nie enden wollende Geschichte erstarb mit einem Atemzug. Ungläubig starrte sie in dieses Nichts und begann langsam ihre Hände zu heben. Tastend versuchte sie ihre Umgebung zu erkennen, denn die Dunkelheit, die sie umgab, wurde nicht klarer, der Raum oder wo auch immer sie sich gerade zu befinden schien, blieb im Verborgenen. Sie fühlte etwas kratziges, hartes als sie nach ihren Beinen tastete, also eine Decke und spürte unter sich etwas steinhartes, kaltes, das musste Stein- oder Betonboden sein. Langsam spürte sie ihre Gliedmaßen und eine schneidende Kälte raste in den Körper. Sie zuckte zusammen und schnellte in die Höhe, stand nun aufrecht und wie sie fühlte nur mit etwas dünnem, langem bekleidet, wahrscheinlich ein Nachthemd, mitten in diesem dusteren Nichts. Ein Gefühl der Panik und Angst befiehl sie und sie begann laut zu schreien, doch kein Geräusch war zu vernehmen. Sie wusste, sie schrie, aber nichts drang an ihr Ohr. Ihre Hände, Arme und Beine begannen zu brennen, als würden Nadeln immer und immer wieder hineingestochen und in ihrem Kopf begann sich ein drückender, gleichsam pochender Schmerz auszubreiten, dass ihr war, als würde jener gleich zerbersten. Ihr Mund war voller Speichel und ihr Rachen glühte. Das Brennen in den Beinen wurde immer stärker und sie musste sich auf den kalten Boden niederknien. Wie ein Tier auf allen vieren tastete sie sich langsam in unbestimmte Richtung, und wurde plötzlich von heftigen Krämpfen in Magen und Armen ganz zu Boden geworfen. Zusammengekrümmt lag sie da und konnte weder hören noch sehen. Völlig isoliert, gebeutelt von rasendem Schmerz, Krämpfen und Kälte. Verzweifelte Tränen rannen ihr über das Gesicht, da bemerkte sie plötzlich eine große, raue Hand auf ihrem rechten Arm. Mit einem Ruck wurde dieser nach vorne gerissen und die Handfläche nach oben gedreht. Sie wollte sich wehren, doch sie ihr verkrampfter Körper und der pochende Schmerz in ihrem Schädel ließen keinerlei Regung zu. Sie spürte ein längliches, schlauchartiges Ding, welches sich um ihren Oberarm schloss und fühlte das gestaute Blut im vorderen Teil des Armes. Entsetzen und Angst wurden immer stärker, doch noch immer war keine Bewegung ihrerseits möglich. Sie spürte jedoch, dass eine Art spitze Nadel an dem Arm angesetzt und hineingestochen wurde, dieses brutale Wesen stach sie mit einer Spritze. Panikartig riss sie den Mund auf und versuchte zu schreien, doch sie vernahm immer noch keinerlei Geräusch. Die Nadel wurde nach kurzer Zeit herausgezogen und einige Sekunden danach blitzartig wieder in den pochenden Arm gestoßen, doch nun war ihr als würde sich der Krampf langsam lösen, der rasende Schmerz im Kopf verschwinden und das Gefühl des Ekels aus Mund und Rachen verschwinden. Sie wollte sich nun rumreißen und den unbekannten Angreifer ihrerseits attackieren, doch war in dieser kleinen Leere um sie niemand mehr. Die harte Hand war verschwunden, der Gummischlauch entfernt und eigentlich war das jetzt auch egal, denn sie spürte ganz kurz das wohlige Gefühl aus ihrem Traum zurückkommen und langsam, ganz langsam sank sie in sich zusammen und ließ die Wärme in sich aufsteigen…..
jusufthebooze