Nachtgedanken – Herbstnacht

Mit schweren dunklen Schritten ging er unter dem schmutzigen Licht der alten Laternen des Parks, deren jahrzehnte alten Glasfenster vom Schmutz und den Abgasen des nahen Industrieparks vergilbt waren. Von weither dröhnte eine schrill mahnende Sirene eines Polizeiwagens und verklang bald dumpf in der verschlingende Stille der dunklen Herbstnacht. Zerböselndes Laub raschelte unter seinen Schritten und seine Hände vergruben sich weit in den rauen Taschen seines Mantels. Sein tief sitzender Hut verbarg die Sicht in seine scharf blickenden kleinen Augen und bot ihm einen geringen Schutz vor der stärker einsetzenden Kälte. Er schritt weiter fort, ziellos und ohne gefasste Gedanken, einfach immer weiter durch ein im Schimmerlicht der Laternen dahinfaulendes Meer aus gefallenen Blättern und knackenden kleinen Ästen. Das Innere seines Mundes schien aus Asche, jedes Schlucken, jede Bewegung der Zunge brannte und es schmeckte als faule der Atem. Er lief weiter, unbeirrt von jenem erdrückenden Gefühl des langsamen innerlichen Zerfalls. Nach einer kleinen Ewigkeit, so schien es ihm, gelangte er an den von großen,  grauen Büschen umwachsenen Ausgang des Parks, welcher hinaus auf eine große Allee, die gesäumt war von großen alten Linden, führte. Der Ziellose blieb einen Augenblick stehen, drehte sich zurück und starrte unter der schwarzen Hutkrempe in das Gemisch aus schwarzem Nichts und schwach blinkenden Flecken. Dann wandte er sich der Allee zu und setzte seinen Weg fort. Er lief bis zu Ende der Baumreihen und vernahm dort ein leises Rauschen, ging einige Schritte auf das Geräusch zu und stand vor einem Kanal. Diesen schritt er nun entlang und kam nach geraumer Weile  an einen See, in welchen der Kanal mündete. Um den See standen einige Bänke verteilt. Er setzte sich auf die, die ihm am nächsten war und sah, dass neben dieser Bank ein alter verrosteter Metalleimer stand, welcher einigen Müll enthielt. Zwischen der obersten Schicht steckte eine halbzerknüllte Lokalzeitung des letztens Tages. Man konnte ,auf dem Teil der aus dem Müll herausragte, die Schlagzeile lesen:“Kinderschänder noch immer auf der Flucht !“ und als kleinere Unterschrift:“ Polizei weiterhin ratlos bei der Suche nach Martin B., Leichen der drei missbrauchten Kinder in einem Waldstück nahe Stadt vergraben aufgefunden“. Ein kurzes Lächeln huschte ihm über den Mund, dann stand er auf und ging weiter in die Nacht.

mir is kein besserer Titel eingefallen noja….

jusufthebooze

Eine Antwort zu “Nachtgedanken – Herbstnacht”

  1. oO maaan krasse kurzgeschichte. super beschrieben. da ich selbst hin und wieder was schreibe bin ich ja seeehr kritisch ^__^
    gefällt mir aber echt gut. man wird richtig in die atmospähre versetzt und ich hab mir beim lesen grad mal einen schal angezogen^^
    *lach*
    bussi

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