Aus dem Leben eines Trinkers

Veröffentlicht in Literatur Mit Tags bei Juli 17, 2008 von jusufthebooze

Brennen. Nur Brennen. Keine Gedanken, nur Brennen, heißes Feuer rinnt von der Zunge langsam die Kehle hinab. Ein Gemisch aus Wut, Hass und großer Trauer. Oder ist es doch eher der Geschmack von Gleichgültigkeit und widerlichem Selbstmitleid, das sich irgendwann zwischen Herz und Leber einbrannte? Ich hasse dieses Gebräu im Hals. Es ist immer da, besonders jetzt, beim ersten Blick in den in den Spiegel. Ich sehe mein Gesicht, doch in die Augen habe ich mir schon lange nicht mehr geblickt. Ich spüre nur, dass sie fahl und grau geworden sind, alles verschwunden hinter einem milchig schwammigen Film. Aber das ist jetzt auch egal, wo ist die Flasche? Ein Schluck betäubt für Sekunden, manchmal auch länger, wenn er stark genug ist. Aus dem Film wird ein Schild, das alles abblockt, nichts hindurch lässt, es gönnt mir einen Augenblick Ruhe und vermeintliche Klarheit. Es ist grausam nicht zu wissen, ob man erst 30 oder schon 89 ist. Aber wen interessiert das schon, noch ein Zug und alles löst sich wieder in kleinsten Staub. Menschen habe ich schon lange keine mehr gesehen, es muss vor …. eben eine Ewigkeit, vielleicht aber auch nur einen kurzen Augenblick, zählt sowieso alles nichts. Sind alle bedeutungslos, flackernde Schatten in dem Rest meiner Erinnerung geworden, irgendwann wurden sie alle seelenlos.

Was solls , noch ein Schluck! Jetzt hab ich nur noch mich, nein nicht einmal das. Aufgegeben habe ich, was ich im Grunde nie besaß. Ein Leben? Woher, hier bleibe ich und werde auch sterben, jetzt oder morgen oder in 10 Jahren, an und für sich bin ich bereits tot. Dieser Durst macht mich rasend. Noch 2 tiefe Züge und der süße Alptraum beginnt von neuem, bis das kleine Delirium wieder zum Zimmer wird. Kein Brennen mehr, keine Gedanken und nur eine sanfte Schwere, die mich langsam zu Boden zwingt.

jusufthebooze

Und jetzt: Werbung!

Veröffentlicht in Leinwand Mit Tags, , , , bei Juli 6, 2008 von flawless!?

flawless!?

Katzen

Veröffentlicht in Experimente Mit Tags, , , bei Juni 26, 2008 von flawless!?

cat
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flawless!?

Stand-Up Comedy

Veröffentlicht in Literatur Mit Tags, , , bei Juni 15, 2008 von flawless!?

Ich steh-auf Klamauk…

“Danke! Danke! Ja,… Hallo, vielen Dank! Ja…. HALLO! Danke… danke!… Ja, es ist immer wieder schön hier zu sein im Club! Aber ganz ehrlich, Leute, ich hätts fast nicht geschafft heute Abend. Also ich muss sagen… abgesehen davon, dass ich das Glück ohnehin nicht für mich gepachtete habe… heute wars also gaaaanz schlümm. Ne, jetzt war ja letztes Wochenende Freitag der 13.. Uhhhh… ja… ja, ich mein… kennt man ja, ne. Da geht ja angeblich alles schief, sagen die die daran glauben… am besten dann nicht noch unter ner Leiter durchlaufen oder ner schwarzen Katze begegnen. Aber ich muss sagen… mir ist nix passiert! Ein herrlicher Tag, alles ging soweit ganz gut, meine Freundin war alleine shoppen, ja? Hey, das is schon viel wert… heh, ja. Der Hund hat mal NIIICHT auf den Teppich gemacht! Keine Anrufe von der Schwiegermutter, das Auto hat nicht gebockt, ja so die kleinen Hürden des Alltags ham einfach ma schöööön Pause gehabt. Und alle übrigen Sorgen… muss sagen, als meine Freundin dann nach schätzungsweise 12 Stunden vom Shoppen zurück kam mitsamt der kompletten Karl Lagerfeld Sommerkollektion… da warn dann auch alle übrigen Sorgen wieeeeee weggeblasen… ha.. ha, ja einfach so ne… ja, ihr wisst ja… also wirklich, ein super Start ins Wochenende - und ich muss sagen, was diesen Tag angeht, ja diesen Freitag den 13., da bin ich ja generell schon ein itzibitzi kleini Stüggi abergläubisch, nicht? Also is so, nich dass ich jetzt hier glauben würde die Welt geht unter… aber man hat da ja schon Sachen gehört, ne… da ham die Leute ja schon alles mögliche geschafft… und seis nur, dass sie den Kompost zum Fußballtraining fahren und die Kinder zur Mülldeponie ne… ja… ich mein, passiert. Aber auch sowas.. dass,… echt unglaublich… ich mein… kennt ihr diese Aufdrucke auf allen möglichen Gerätschaften, so Warnhinweise, ne? So… “Nicht zum Verzehr geeignet?” Is ja noch normal ne… aber dann eben auch so Sachen wie… äh, bei ner Kettensäge, ja.?.. Wenn dann da drauf steht… so, “Sollte sich das Gerät nicht mehr wie vorgesehen ausschalten lassen, versuchen sie nicht, die Kette mit ihren Händen oder ihren Genitalien zu stoppen.”…. ja, fies, nich, allein die Vorstellung… aber iiiiiiirgendein Vollidiot muss das ja mal porbiert ham ne… und ich bin mir sicher, das war an einem Freitag den 13.! Aber hallo!… Selbe Sache wie… “Keine Katzen in die Mikrowelle” und so… is alles schon passiert!… Gut, ich mein… wenns ne schwarze Katze wär… dann hätte man ja schon ein problem weniger, was das Pech betrifft, ne? ha…ha, ja, so siehts aus ne… nur… so ne Leiter… die kriegste halt nicht einfach so in die Mikrowelle, oder?…Und ansonsten, wer nen Schirm in nem Gebäude aufspannt… der hat ja auch mal echt einen anner Waffel, oder?…. ja, das sind so Dinge… da denkt man dann eben erst drüber nach, wenn ein weiterer Freitag der 13. ansteht… Aber hey, wie gesagt, der jetzt eben… das war ein echt genialer Tag, ja?… Und so hätts von mi aus auch weitergehen können! Ich bin dann am Samstag den 14. aufgewacht… ja… der folgt ja unweigerlich, nicht.. ha, heh, heh… ja ich wach da so auf und bin guter Dinge, total entspannt und so… dann sagt meine Freundin so… “Meine neuen Sachen gefallen mir nicht mehr…”. Ich saß noch im Bett ja, weißte… so schön geträumt und alles und kaum bin ich wach hör ich so was! Wir müssten heute nochmal in die Stadt gehen, sie würde das Zeug zurückgeben. Gut… ja, aber die hört ja damit nicht auf, ne!? Das is ja… ich mein, ihr Frauen hier… jetzt sagt doch ma ehrlich… das Shoppen is ja schon ne Sucht fü euch, oder!? Ich mein, so oft wie ihr loszieht und neue Klamotten braucht… von dem was eine Frau im Laufe ihres Lebens an Klamotten kauft, ja… und NICHT ANZIEHT, weils ja nie zum Anlass passt, ne… heh… davon könnte man ganz Afrika einkleiden! heh, heh,… ja, ich mein… da wern die auch nich satt von, aber hey… also ich mein… dann würden die wenigstens mit Stil hungern, oder!?…. Ouhhh… ja,… ja… der war fies… ja… gut, aber… hey, ich meine.. Hallo!? Und dann - zumindest is das bei meiner Freundin so -muss ich mir jedes ma wenn wir ausgehn wolln anhörn, dass sie nix zum anziehn hat! Ja! Heh… Was ich sagen wollte is dann… ich mein, die Sachen zurückbingen dauert ja schon Stunden, weil die das ja alles in 20 verschiedenen Läden gekauft hat! Aber damit ja nich genuuug, nee ne ne nee nee… die will ja dann auch NEUE SACHEN kaufen, weißte!? Neue Sachen… neue… neue Sachen will die, verstehste!? Pff… Tssas is doch… Gut, ich dacht mir… heeeh, gestern… also, geiler Blowjob wars ja schon, nicht… heh, ha… also, ja Schatz ich lieb dich ja und so, machma! Wir fahrn heute in die Satdt und geben das Zeug zurück. Ich zieh mich an, denk noch so Smastag is im Arsch aber vielleucht krieg ich heut Abend nochma ein Zeichen der Dankbarkeit zu spüren oder so, ja? Geh raus ins Wohnzimmer und riech schon so… ooouuh… der Hund musste irgendwann heute nach Mitternacht wohl ma Gassi und keiner war da… Ja… passiert auch, denk ich mir, ja? Mach sauber und so und will dann zur Bank fahren und ein wenig Bares holen. Draußen is ganz schönes Wetter, also ab aufs Fahrrad. Dann, ich meine, ihr kennt das ja sicher, da fährt man dann Samstag Nachmittag irgendwann zur Sparkasse ja, und die hat dann halt nicht mehr auf, da muss man dann so mit seiner Karte die Tür aufmachen und so.. so, Karte in Schlitz und dann wie bei Star Trek “WOOOSH!” Tür auf und rein. Dann stand ich da drinne vor dem Automat und warte, dass ich mein’ PIN eingeben kann und schau so geistesabwesend raus auf die Straße und seh wie einer DIREKT vor der Glasschiebetür mein Rad anpackt und das klauen will! Ich habs natürlich nich’ abgeschlossen, ich dachte halt so… weißte, wer isso dreist und klaut am hellichten Tage ein Fahrrad von dem der Besitzer einen halben Meter weiter steht und Geld abhebt… aber falsch gedacht! Da springt der auf mein Rad, ja? und fährt los und ich denk so “Naaaaahaha aber nich mit mir Freundchen und renn raus und versuch den zu packen, aber ne, is klar der aufem Fahrrad und macht wahrscheinlich auch nix anderes als den ganzn Tach Fahrräder zu klaun und ich zu Fuß und eh nicht mehr in der Blüte meiner Jahre… kannste vergessen… ich renn dem halt dann so 500 Meter hinterher, ja? und dan geb ichs auf, denn in den 500 Metern is der gut einen Kilometer gefahren, weißte… also… ich total sauer, dackel zurück zur Bank und rechne mir im Kopf schon aus was ein neues Fahrrad kostet… und dann steh ich vor der Tür der bank… und KOMM NICH REIN! Verstehste? Samstag, Bank hat zu, kommste nur mit Karte rein… aber DIEEE war ja noch im Automat als ich da rausgerannt bin! ….Ja… ihr lacht jetzt ne… he… he… aber… weißte, ich denk so “Okeeeeh, ganz ruhich… rufste bei der Bank an und so die schicken einen vorbei”… greif’ in die Hosentasche und merk… Handy nicht dabei… Uhhhh… ja, so Tage kennt ihr auch ne… ha, ja ich merk’ schon… die Männer schaun ganz grummig mitleidig und die Frauen hier… merkt ihrs Männer, die denken auch jetzt “Jaaa.. hahahah wie meiner auch”… Uuuh… Ja so is das heutzutage… Die Emanzipation hat ja immer von GLEICHberechtigung gesprochen aber he… ne… sind wir ma erhlich ne… die ham schon längst das Ruder rumgerissen ja? Heh… gut aber weiter… ich dann so, “Gehste nach hause, bleib ganz cool… Du bist doch ein Kerl, das trägst du mit Fassung!” und mach mich auf den heimweg… dann fängts an zu REGNEN! Ja…, ne… nach einer Stunde komm ich klitschnass zuhause an und was seh ich? Zettel an der Tür vonne Freundin… Sie is mit der Claudia jetzt einkaufen gegangen weil auf mich ja kein Verlass sei und ich sie einnach so sitzen lasse und nich mal an mein Handy gehe… ja… ihr seht schon… und dass ich ja nich glauben müsste heute Abend noch ran zu dürfen! Schreibt die… das schreibt die da drauf, ja? Da kennt meine Freundin ja nix… ne,… dann dacht ich mir… Gut eine Sorge weniger, erstmal ein Bier… Aber Bier war natürlich Alle ja… also… erstmal in trockene Klamotten, dann dacht ich mir zur Stärkung kochste dir jetzt was… Jaaaha ihr Frauen… Männer können auch kochen! Jahahahha… ne, nich so, dass ihr immer denkt hier wir können nix nee ne ne ne neee… ja, dann hab ich gedacht “Was zauberst du dir denn jetzt? Irgendeinen Gaumenschmaus der dich den ganzen Ärger des Tages vergessen lässt…. Kartoffeln!” Ha… ha ha.. heh… ja seht ihr, ein echter Gourmet verschmäht auch nicht die einfachen Gerichte, nich? Also ich, wie ichs bei Mens Health gelesen hab so die Kartoffeln schön in Salzwasser und dann kochen lassen für ne dreiviertel Stunde… lass die abtropfen und seh schon beim auskippen vom Topf… uuuhuhu da stimmt was nicht… weil, weißte, wenn du da so über den Topfrand hinweg… nich nur das Wasser rauskommen siehst sondern auch so ein sandiges gelbes Gebreie… dann weißte… die Kartoffeln sin nix geworden… Ich habs echt geschafft festkochende Kartoffeln mehlig zu koche!n… heh, ja.. passiert.. gut dann denk ich, isste eben kartoffelbreiverschnitt mit Quark… Also Kühlschrank auf und Quark rausgeholt, Deckel auf und seh schon… uuuhuhuh da stimmt aber ahahauch was ganz und gar nicht! Weißte, wenn du so in den Quark reinschaust und da Eiskristalle drinne sin… dann weißte auch, dass der Quark nich so is wie er sein sollte… ha, ha… ja.. weil da hab ich iiiiiirgendwann Mitte der Woche Bier gekauft, wollte bisschen Film schaun Abends mit Kumpels - deswegen wars ja dann an dem Tag auch alle, ne? Und war halt warm an dem tag und weil wir halt nur son Eisfach im Kühlschrank ha, also weißte, so eins wo halt nur einen Stern hat und irgendwie nicht wirklich Sachen einfriert… da Bier rein, und da hab ich halt den Kühlschrank insgesamt bisschen hochgedreht und nach ner viertel Stunde da die Bier wieder raus und gut war… Nur, weil ich eben den Kühlschrank insgesamt kälter gemacht hat… war der jetzt halt komplett zum Tiefkühlfach geworden! Ja… heh.. weißte, das heißt ich hatte dann da so ein Quarkeis mit Kräutern, saugeil und denk so… gaaanz cool bleiben… weißte so, mein Augenwinkel zuckte schon bedrohlich… setz dich, iss deinen mehligen, sandigen Kartoffelbrei mit ein wenig Quarkeis mit Kräutern, trink ein Glas Wasser und genieße die Abewesenheit der Freundin und gönne deiner Seele ein wenig Ruhe… Ich setz mich also in meinen Sessel, mach den Fernseher ein und irgendwie war alles nicht so schlimm da, so in meinem Sessel… und dann riech ich… oooouh… der Hund hätte wohl Gassi gehen sollen… Ja… heh. Es gibt solche tage und es gibt solche… aber so ist das nunmal… ich dachte nur noch so, ganz ruhig… “Wenn du dich jetzt in die Mirkrowelle setzen könntest wär dir sehr geholfen!” In diesem Sinne! Tschöß!”

Comedy is ja sooo dämlich… basierend auf einer wahren Geschichte… den Blowjob ausgenommen…

flawless!?

Schlaaaaand!

Veröffentlicht in Neuigkeiten Mit Tags bei Juni 12, 2008 von flawless!?

Rage Against The Machine - Freedom

Veröffentlicht in Leinwand Mit Tags, , , bei Juni 1, 2008 von flawless!?

solo, I’m a soloist on a solo list
all live, never on a floppy disk
Inka, inka, bottle of ink
paintings of rebellion
drawn up by the thoughts I think

it’s set up like a deck of cards
they’re sending us to early graves
for all the diamonds
they’ll use a pair of clubs to beat the spades
with poetry I paint the pictures that hit
more like the murals that fit
don’t turn away - get in front of it

Brotha, did ya forget ya name
did ya lose it on the wall
playin’ tic-tac-toe?

yo, check the diagonal
three brothers gone
come on
doesn’t that make it three in a row

anger is a gift

brotha, did ya forget ya name
did ya lose it on the wall
playin’ tic-tac-toe

yo, check the diagonal
three million gone
come on
’cause they’re counting backwards to zero

environment
the environment exceeding on the level
of our unconciousness
for example
what does the billboard say
come and play, come and play
forget about the movement

anger is a gift

freedom, freedom, yeah right

flawless!?

Lesenswert: Noam Chomsky - Media Control

Veröffentlicht in Literatur Mit Tags, , , , , bei Mai 21, 2008 von flawless!?

Die Ausgabe des Europa-Verlags

Ahh, wieder einmal ist es Zeit, euch, meine lieben Leser, auf ein meiner Meinung nach sehr gutes Buch hinzuweisen. Media Control von unser aller Freund Noam Chomsky. Vor 4 Jahren gekauft, stand dieses Büchlein seither ungelesen in meinem Bücherregal (passiert, wenn man sich immer mehrere Bücher auf einmal kauft) und fiel mir erst letzte Woche wieder auf, da ich mit dem Gedanken hantierte nach der Lektüre von allzuviel Bewusstseins-Lieratur mir zur Abwechslung einmal wieder ein politisches Buch zu Gemüte zu führen. Und sie da, der jute Noam kommt umme Ecke, schleicht sich in mein Blickfeld und protestiert lautstark in Hellblau gegen seine weiterhin andauernde Ungelesenheit.

Media Control behandelt im Allgemeinen die Art und Weise, wie die Medien die Bevölkerung durch gezielte Desinformation “zum Konsens bringen” zu versuchen und die wirtschafltichen und politischen Hintergründe dazu. Zwar bezieht sich das Buch in erster Linie auf die Medienlandschaft der USA, in denen verglichen mit Deutschland noch einmal ganz andere Dimensionen medialer Manipulation zu existieren scheinen (die BILD einmal ausgenommen), aber dennoch erhält man beim Lesen des Buches einen klaren Eindruck davon, welche Methoden angewendet werden, um der Gesellschaft ein falsches Ideal-Bild von sich selbst einzuhämmern. Dies geschiet, so Chomsky, alles im Interesse eines Wirtschafts-Politik Konglomerats. Die Bevölkerung lebt in einer Scheindemokratie, die nach und nach beinahe aller Demokratischen Inhalten entleert wurde und somit in einen quasi-totalitären Zustand übergeht. Politische Führer (als Beispiel seien Reagan und Bush junior zu nennen) sind nur noch ein leeres Symbol, die eigentlichen Machtstrukturen liegen versteckt dahinter. Somit hat der Wähler nur die Möglichkeit, eine Galeonsfigur zu wählen, statt, wie es in einer Demokratie eigentlich sein sollte, über ein politisches Programm zu entscheiden.

Damit das geschehen kann ist es notwendig, der “dummen Masse, die unter der Möglichkeit zur Mitbestimmung und mit Eigenverantwortung der Allgemeinheit (=Oberschicht) schaden würde”, ein Bild einzutrichtern über das, was richtig und was flasch ist, natürlich im Sinne derer die davon profitieren, also Wirtschaftsgiganten und Politiker. Hier kommen die Medien ins Spiel, die, selbst finanziert von großen Firmen und mit selbstverständlich selbst wohlhabenden Personen an den entscheidenden Stellen (Manager, Chefredakteure etc.) selbst ein Interesse daran haben, dass die Bevölkerung entsprechend denkt. So kommt es, dass eigene (Angriffs-)Kriege und mitfinanzierter und geförderter Terrorismus, Verhandlungsblockierung im nahen Osten und Dergleichen als “gerecht und notwendig für die Demokratisierung der Welt” dargestellt, während Aggressionen gegen die eigenen Interessen als Terrorismus deklariert werden. Begrenzte Diskussion und Kritik sind dabei erwünscht um den Zuschauern ein falsches Bild von Meinungs- und Pressefreiheit zu vermitteln, doch wer gewisse Grenzen überschreitet oder tatsächlich investigativen Journalismus betreibt, wird als antiamerikanisch und radikal abgestempelt. Und wer möchte das schon, denn was das Fernsehn sagt ist immerhin Gesetz. Die Flagge gehisst und den platten Nationalismus und Patriotismus (”support our troups”) als Speerspitze ins Feld geführt, vestummt so mancher frei Denkender und sich frei Äußernder. Das hat schon immer funktioniert, in Nazi-Deuschland wie in den USA von damals bis heute.

Nund denn, von Chomskys Theorien auf dem Bereich der Linguistik mag man halten was man will (ich kann mich um ehrlich zu sein nicht einmal festlegen ob ich ihm zustimmen soll oder nicht… Hund, elender), aber seine Herangehensweise an politische Themen ermöglicht es sogar einem Polit-Laien wie mir die doch oft sehr umfassenden Sachverhalte klar nachzuvollziehen. Das Buch hilft einem dabei, nicht nur die obenen erwähnten Sachverhalte (und noch einige weitere) zu erkennen und zu verstehen, sondern schärft auch ganz allgemein den Blick für Vorgänge im medialen Breich, auch hier in Deutschland, wie auch für politische Hintergründe. Chomskys Schreibstil ist klar und immer geprägt von einem angenehm ironischem, beinahe-pessimistischen Humor, der das Ganze diskret auflockert, ohne die Sache an sich zu verklären.

Wer Interesse daran hat, mithilfe von angenhemer und intelligenter Lektüre einmal über den Tellerrand hinauszuschauen und die allgegenwärtige multimediale Gehirnwäsche zumindest zu einem Teil als solche entlarven und somit umgehen will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Im Übrigen ist auch der (dünne) Interviewband “Power and Terror” mit Noam zum Teil in dieser Thematik angesiedelt. Prädikat: Lesenswert!

Viel Vergnügen und vertraut Niemandem : )

flawless!?

CDs… warte, das waren doch diese kleinen…!?

Veröffentlicht in Notizbuch Mit Tags, , , bei Mai 12, 2008 von flawless!?

Grillabende sind doch immer wieder sehr anregend.

Bei einer kleinen Gemütlichen Runde mit meinen Freunden vor ein paar Tagen streiften wir, bereits unter dem Einfluss diverser legaler Rauschmittel, das Thema Musik, im speziellen, das dazu gehörige Kaufverhalten… oder vielmehr Nicht-Kaufverhalten.

Thematik is also kla, ne: Keiner Kauft mehr CDs, die gesamte Deutsche Bevölkerung besteht aus Raubkopierern, Die CD als Format hat ausgedient, Virtuelle Musik zum runterladen ist nicht nur die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart.

Alles in allem also ein Thema, das die Medien bereits mehr als genug ausgeschlachtet haben, möchte man meinen. Mich jedoch beschäftigt ein ganz anderer Aspekt daran, die jammernde Musikindustrie geht eigentlich relativ am Allerwertesten vorbei. Doch ich frage mich warum sich das Kaufverhalten von CDs so radikal gewandelt hat, da ich den Reiz des Musikladens nicht wirklich emotional nachvollziehen kann.

Natürlich kenne ich die Gründe warum man Musik lädt, aber so ganz verstehen kann ich es trotzdem nicht.

Musik aus dem Netz: Billig (äh, kostenlos), schnell verfügbar, keine Aufbewahrungsschwierigkeiten et cetera. Versteh ich ja, ehrlich.

Aber bin ich der Einzige der findet, dass die Musik etwas von ihrer Gesamtwirkung verliert wenn sie nur als Datei auf der Festplatte existiert?

Die Musik an sich bleibt selbstverständlich dieselbe, aber mir persönlich fehlt da etwas. Viele Leute die ich kenne, ziehen sich die Musik massenhaft auf den Computer, sodass am Ende tausende von Musikdateien wild durcheinander auf die Festplatte gezwängt werden… und das war’s dann.

Ich weiß wie pingelig und jämmerlich sich das anhört, aber mir fehlt da ein gehöriges Stück am Gesamtkunstwerk. Wenn ich ein bestimmte Band, einen Komponisten oder ein Genre gut finde, dann möchte ich eigentlich das Gesamtwerk um die Musik in Händen halten können. Musik ist die wohl ungreifbarste aller Künste, sie ist wirklich nur präsent solange sie läuft. Ich finde den Gedanken unangenehm, dass diese ungreifbare aber so schöne Kunst nun auf meinem Rechner als Binärcode vorliegt… kostenfrei erworben, farb- und formlos, ohne jegliche Aussagekraft, ein Stücken komprimierter Information das nun nach bedarf benutzt, vervielfältigt und verschickt wird.

Eine CD hingegen bietet dem Musikliebhaber eine Form für seine bevorzugte Musik. Die Künstler haben sich im Idealfall etwas bei der Aufmachung des Albums gedacht, es gibt ein Booklet, Albumartwork und die CD selbst… eine geschlossene Einheit, ein Körper für die Musik die mir gefällt und somit völlig andere Ebenen ansprechen kann, Musik die ich in Händen halten kann.

Ich bin mir übrigens durchaus der Gegenargumente oder der Kritik bewusst, die mein Text hier aufwerfen könnte.

Konsumverhalten: Ist es nicht viel eher Konsumverhalten wenn man für die Musik bezahlt? – Nein! Konsum beschreibt im hier verwendeten Sinne die absurd übertriebene Beschaffung und Nutzung der Kunst und dem somit verbundenen Werteverlust. Wie Junkies immer mehr und mehr Musik auf den Rechner ziehen, egal wie nichtssagend, egal wie Marktprostituiert… das sind doch keine Klingeltöne!

Altah, was ist mit MP3 Playern? – Altah, das ist ja noch mal was völlig anderes, zumindest für mich, da ich einen solchen Player benutze um meine Musik unterwegs hören zu können. Zuhause hab ich dennoch die CDs, da wird dann auch auf großen Lautsprechern gehört. Selbst Player!

Zusammenfassend könnte man sagen, das die CD (und die Schallplatte noch viel mehr) meiner Meinung nach den menschlichen Sinn für Ästhetik viel eher und umfassender anspricht und ihm seine liebsten Stücke viel näher bringt, als das fragmentierte Dateifetzen aus dem Internet das jemals könnten. Irgendwie hat etwas von Menschenhadn gestaltetes einfach mehr Charme und Wärme als eine Hand voll elektronischer Muster. Mir missfällt das suchtähnliche Konsumverhalten, dieser inflationäre, entwertende Prozess, diese Allgegenwart der Musik, dieser perverse Hedonismus. Nennt mich altmodisch, ich nenne euch Banausen!

flawless!?

Albert Hofmann verstorben

Veröffentlicht in Neuigkeiten Mit Tags, bei Mai 1, 2008 von flawless!?

Albert Hofmann ( *1906; + 2008 )

Ich muss das Buch noch lesen.

flawless!?

TOOL

Veröffentlicht in Leinwand Mit Tags, , bei April 19, 2008 von flawless!?

James Maynard Keenan von TOOL in einem Interview von ‘97 über Intention und Philosophie der Band.

Ungelogen, seh ich genauso! Schlicht und ergreifend meine Lieblingsband. DAS ist Musik mit Hirn und Gefühl!

flawless!?